das verflixte zweite album

24 08 2008

in letzter zeit haben viele bands, deren erste alben ich toll fand, ihr zweites album rausgebracht. leider war bei vielen die vorfreude darauf erheblich größer als das tatsächliche hörvergnügen. dies führt mich zu der frage: sind zweite alben prädisponiert zu enttäuschen? einiges spricht ja dafür. beim ersten album ist noch alles ganz neu, aufregend, nie dagewesen. beim zweiten kennt man dann die stärken der band schon – vielleicht fallen so eventuelle schwächen stärker auf? außerdem hat man an erste alben normalerweise keine erwartungen, so dass man eigentlich nur positiv überrascht werden kann. auf dem zweiten hingegen lasten zu erfüllende vorstellungen der hörerschaft – schließlich ist ja mindestens eine deutliche verbesserung im vergleich zum ersten album zu erwarten, mit all der seitdem gewonnenen reife und erfahrung. oder?

hier mal einige beispiele um das phänomen des verflixten zweiten albums zu illustrieren:

vs.
hot fuss (2004) war das album, das mich damals zum indie hören bekehrt hat. es lief auf meinem ipod rauf und runter und zauberte mir zuverlässig ein lächeln aufs gesicht. in manchester zu „somebody told me“ zu tanzen war der beginn einer neuen ära für mich. und 2006 dann sam’s town… „when you were young“ ist natürlich schon ein netter song. aber ach, war ich enttäuscht!

vs.
„gotta reason“ habe ich das erste mal bei „the o.c.“ gehört und war sofort beeindruckt. irgendwo habe ich über stars of cctv (2005) gelesen es enthalte „dreckig-verschwitzte und tanzbare musik“ – das hat mir gefallen und es stimmt. once upon a time in the west (2007) dagegen klingt wie ein langweiliges, unmotiviertes robbie williams album.

vs.
someone to drive you home (2006) war eine einzige offenbarung. musik, texte, tanztauglichkeit, stil, videos, interviews – einfach alles hat mich restlos begeistert. ich wollte mich nie wieder von den long blondes trennen. aber dann kam couples (2008). ich bin immer noch nicht ganz darüber hinweg. schon allein das vergeichsweise so blöde cover bricht mir ein bisschen das herz.

vs.
costello music (2007) enthält zum einen viele tracks die quasi eine volle tanzfläche garantieren. zum anderen kann man auch die ganze cd sehr gut am stück durchhören, z.b. beim autofahren im urlaub. hach! auch der ganze 50er jahre pin-up stil ist einfach herzallerliebst. wie kann da here we stand (2008) bloß so unendlich medioker sein?

vs.
employment (2005) – doch noch einzigartig und erfreulich vs. yours truly, angry mob (2007) – ein trauriger franz ferdinand abklatsch für indie analphabeten

ich denke es ist klargeworden, was ich meine. wenn nicht denke man außerdem an: dirty pretty things, the zutons, the pigeon detectives, we are scientists. aber warum muss die welt so sein? warum können zweite alben erwartungen nicht erfüllen? aber halt: manche tun es doch durchaus:

und
our earthly pleasures (2007) hält definitiv was a certain trigger (2005) versprochen hat. wenn nicht noch mehr.

und
favourite worst nightmare (2007) mag nicht eine ganz so große offenbarung gewesen sein wie whatever people say i am that’s what i’m not (2006), aber trotzdem ist es noch weit überdurchschnittlich gut. davon durfte ich mich sogar live überzeugen.

und
auf inside in/inside out (2006) haben die kooks als „girlband“ des indie mein herz erobert. und konk (2008) ist kein bisschen weniger melancholisch süß.

und
cansei de ser sexy (2006) hat mit tracks wie „music is my hot hot sex“ und „off the hook“ schon ziemlich hohe standards gesetzt. und so war ich donkey (2008) gegenüber doch zunächst sehr skeptisch gestimmt. zumal die nette frontfrau ihren äußerst hübschen akzent eingebüßt hatte. aber ich nehme alles zurück. css wird mich auch weiter zum strahlen und zum tanzen bringen.

so einfach ist das also alles nicht mit den schlechten zweiten alben. daher stelle ich mal eine theorie auf: am zweiten album erweist sich die wahre qualität einer band. das one album wonder wird zum echten musik-mirakel. man schafft es noch so zu klingen wie man selbst, denn schließlich wollen alle mehr von dem tollen zeug auf der ersten cd. aber trotzdem ist man doch noch ein kleines bisschen besser geworden. und das ist dann eigentlich erst eine echte leistung.

gespannt bin ich schon jetzt auf die zweiten alben dieser bands. was wird uns erwarten?

(blood red shoes, foals, operator please, the rascals)





die helden meiner jugend

22 08 2008

musste gerade dran denken:

video ist etwas doof, aber gibt kein anderes, und es ist toll wie lelaina sich aufregt. hier gibts noch den trailer.

besonders schön war:
* „i’m bursting with fruit flavor
* „no man can eat 50 eggs
* „hello you have reached the winter of our discontent
* „evian is naive spelled backwards“
* ethan hawke als grunge frontman

hat sonst noch jemand diesen film geliebt? oder war es ein anderer?





lust in the movies vol. II

17 08 2008

fortsetzung meiner filmtipps. heute: filme mit einem twist-ende und filme, die ich wunderschön finde. das passt deshalb zusammen, weil ein guter twist so ziemlich das großartigste ist, was man im kino erleben kann.

twists:
* fight club (1999): wie so viele zähle auch ich diesen film zu meinen liebsten. ich liebe daran david finchers regie, helena bonham carter, brad pitt und edward norton, die bleach-szene, die atmosphäre, die ideologie und dass er mich auf den tollen autor chuck palahniuk gebracht hat. und das gloriose ende. also einmal den twist, der einen erschaudern lässt. und das tatsächliche ende mit pixies und dem einen reingschnittenen frame, den immer die hälfte der leute verpasst…
* the game (1997): auch ein fincher film, aber aus irgendwelchen gründen ein unterbewerteter. trotz michael douglas ist er aber sehr gut, gruselig und das ende unerwartet. spielt ja auch sean penn mit.
* se7en (1995): nochmal fincher, nochmal brad pitt. und außerdem der großartige kevin spacey. die sieben todsünden sind ohnehin spannend und hier extrem eindrucksvoll umgesetzt.
* the jacket (2005): ziemlich verwirrend und auch nicht 100% konsistent, aber trotzdem wegen adrien brody und trotz keira knightley sehenswert. die geschichte ist mitreißend und am ende kommt der immer wieder unbezahlbare aha-moment.
* el maquinista: sehr krasser film, schon allein der anblick des völlig abgemagerten christian bale ist gewöhnungsbedürftig. alles ist voller geheimnisse, ungereimtheiten, unheimlichen hinweisen und mysteriösen menschen.
* memento: das nonplusultra des twists, so twisty, dass es schon fast zu weit und auf kosten des filmgenusses geht. finde ich zumindest. christopher nolans erster großer erfolg.
* the usual suspects: das ende dieses films ist nur so voll der ah’s und oh’s, man kommt fast gar nicht mehr mit und hat das gefühl die hälfte der referenzen auf die vorangehende handlung nicht mitbekommen zu haben. den film an sich finde ich etwas langatmig, aber der höhepunkt der auflösung macht das absolut wieder wett. und kevin spacey auch.
* primal fear (1996): noch so ein film, wo man erst in den letzten 10 minuten so richtig mitgerissen wird. leider musste ich neulich beim zweiten ansehen feststellen, dass der film ziemlich verliert, wenn man das ende schon kennt. aber ein erstes mal sollte man ihn sich auf jeden fall anschauen – schon allein um edward norton in ganz jung zu sehen.
* the prestige (2006): dieser film ist finde ich unglaublich unterhaltsam. alles sieht faszinierend aus, die schauspieler sind hervorragend (christian bale! scarlett johansson! david bowie!!!) und man rätselt die ganze zeit, was da bloß gerade passiert. realistisch ist das ganze natürlich nicht, aber das ewige hin und her zwischen den beiden hauptfiguren und die frage, wer als sieger aus der sache hervorgehen wird lässt einen das schnell vergessen. und am ende: eine ganze reihe wunderschöner überraschungen.
* oldboy (2003): twist auf koreanisch und in großer perfektion. die fremde kultur macht das ganze fast noch mystifizierender als es ohnehin schon ist.

beautiful:
* american beauty (1999): look closer ist die tagline dieses films und ich finde das lohnt sich wirklich. einfach alles ist derartig perfekt, die dialoge, die musik, die schauspieler. und diesen film einmal mit dem kommentar des regisseurs zu sehen war so ziemlich das erhellenste, was ich je über film gelernt habe. nichts ist zufällig.
* brokeback mountain (2005): ich muss zugeben, die ganze schwule cowboy-problematik ist es nicht, was mich diesen film toll finden lässt. sondern vielmehr, dass dies einfach eine so schöne, traurige, sehnsuchtsvolle, aussichtslose liebesgeschichte ist. und wen interessiert es da ob die beiden (tollen) haupdarsteller nun männer oder frauen oder beides sind?
* little children (2006): aus irgendwelchen gründen ist dieser film wenig bekannt. dabei ist er doch so gut. hat mich stark an american beauty erinnert. jennifer connelly hat zwar keine hauptrolle aber ziert die leinwand doch noch oft genug mit ihrer präsenz. das ende ist wunderbar unerwartet.

nachtrag zu „hard to watch, but still amazing„:
* 21 grams (2003): 3 schicksale, alle miteinander verwoben, da muss am ende einer den kürzeren ziehen. man sieht das auf sich zukommen und ist gleichzeitig fasziniert von allen 3 akteuren, gleichmäßig großartig dargestellt von naomi watts, sean penn und benicio del toro. ganz sicher kein film für einen mädchenabend (ich habe es versucht).

next time: absurd und girl’s stories





gourmandises avec la fée verte

9 08 2008

neulich, beim versuch einen sonderbaren bitteren absinth in form von fabelhaften schmackhaften cocktails zu konsumieren, entstand folgendes rezept für einen feinen, grünen absinth-cocktail:

2 cl absinth
2 cl blue curacao
2 cl grand marnier / cointreau
4 cl orangensaft
1 spritzer zitronensaft
eis

alles in einen cocktail-shaker geben, mit eis schütteln und in ein schönes glas gießen. auf die fee warten.





how to make a recent books bar

9 08 2008

da neulich jemand wissen wollte, wie das mit den 3 letztgelesenen büchern in der sidebar geht, verrate ich heute dieses kostbare geheimnis:

1. im dashboard auf darstellung, dann auf widgets klicken

2. in der liste der verfügbaren widgets „text“ suchen und auf „hinzufügen“ klicken

3. in der titelzeile einen sprechenden titel eingeben

4. über google ein bild vom buchcover suchen (die url sollte auf .jpg oder .gif oder so enden) und die url aus der addresszeile des browsers kopieren

5. in das textfeld <img src=“url des buchcovers“ alt=“buchtitel“ width=“140″ height=“220″ /> eingeben und die pink markierten stellen mit der url des buchcovers und dem buchtitel ersetzen.

6. es folgt ein <br> (html für absatz) und dann eine kurze beschreibung oder rezension des buches und am ende nochmal ein <br>

7. das ganze kann man dann beliebig oft (z.b. drei mal) wiederholen

natürlich funktioniert dieses verfahren auf für vielgehörte cds, die größten wünsche von topshop.com, die als nächstes anzusehenden filme, die momentan favorisierten celebrities usw.

wer es ausprobiert hat, kann gerne das resultat in den comments posten





quotes on beauty

4 08 2008

it is better to be beautiful than to be good, but it is better to be good than to be ugly. (oscar wilde)

everything has its beauty, but not everyone sees it (confucius)

ugliness is in a way superior to beauty because it lasts. (serge gainsbourg)

we live only to discover beauty. all else is a form of waiting. (kahlil gibran)

alles, was man mit liebe betrachtet, ist schön. (christian morgenstern)

beauty is not caused. it is. (emily dickinson)

though we travel the world over to find the beautiful, we must carry it with us or we find it not (ralph waldo emerson)

i’ve never met a person i couldn’t call a beauty. (andy warhol)

sahest du nie die schönheit im augenblicke des leidens, niemals hast du die schönheit gesehen. (friedrich schiller)

it is amazing how complete is the delusion that beauty is goodness. (leo tolstoy)

i don’t like standard beauty – there is no beauty without strangeness. (karl lagerfeld)

jeder, der sich die fähigkeit erhält, schönes zu erkennen, wird nie alt werden. (franz kafka)

beauty of whatever kind, in its supreme development, invariably excites the sensitive soul to tears. (edgar allan poe)

the best part of beauty is that which no picture can express. (francis bacon)

for every moment of triumph, for every instance of beauty, many souls must be trampled. (hunter s. thompson)

beauty is the sole ambition, the exclusive goal of taste. (charles baudelaire)

the problem with beauty is that it’s like being born rich and getting poorer. (joan collins)





i’m only going to heaven, if it tastes like caramel

2 08 2008

playlist vom juli 2008 – somit bin ich nun endlich auf dem aktuellen stand!

1. crystal castles – untrust us (selten war ich beim ersten tanzen zu einem song so begeistert)
2. digitalism – pogo
3. ladytron – black cat
4. junior boys – double shadow
5. hot chip – hold on
6. new young pony club – the bomb
7. the ting tings – great dj (aaaw, she’s so pretty)
8. css – believe achieve (mein liebster song auf dem neuen album)
9. foals – hummer (das musikvideo ist und bleibt großartig)
10. operator please – zero! zero!
11. we are scientists - chick lit
12. chikinki – let it go
13. the whitest boy alive – burning
14. the kooks – sway
15. the last shadow puppets – standing next to me (putziges tambourin)
16. the rascals – out of dreams
17. dirty pretty things - kicks or consumption
18. the pigeon detectives – i’m not gonna take this
19. cajun dance party – the next untouchable
20. the fratellis – my friend john

die komplette, diesmal etwas magere videoplaylist gibt es hier.





the icing on my blogroll

2 08 2008

heute erzähle ich euch was über meine lieblingsblogs. zunächst derjenige, der diesem post seinen titel gab:

* icing: der blog von gala darling. ja, so heißt sie wirklich. außerdem hat sie pinke haare (im moment, vorher waren sie dunkel-violett) kommt aus neuseeland und ist wahl-newyorkerin, tätowiert und cupcake-süchtig. ich liebe ihren blog, weil er inspirierend ist und mich in gute stimmung versetzt. es gibt dort outfitbilder, advice, howtos, einen new york guide, eine meinung zum satc film, einen artikel über irregular choice und am allerwichtigsten: things i love thursday. da schreibt sie jeden donnerstag auf, was sie gerade toll findet und was sie glücklich macht und die leser können das auch tun. ich mag die idee, weil es so positiv ist sich die sachen bewusst zu machen, die gut am eigenen leben sind. ich überlege things i love thursday auch hier einzuführen, denn dann wäre ich ein glücklicherer mensch und müsste jede woche mindestens einmal etwas schreiben. was meint ihr?
mit gala würde ich gerne in new york in highheels eine dachparty besuchen.

* nubby twiglet: nubby ist eine freundin von gala und auch ziemlich fabelhaft. sie wohnt in portland oregon und alles in ihrem leben ist rot, schwarz oder weiß. sie ist grafikdesignerin und veröffentlicht ab und zu etwas von ihrer arbeit. außerdem gibts auch hier outfitbilder und advice, oft zu business-themen. mit ihr würde ich gerne einrichtungs-shoppen gehen.

* cloud razors: eine liebe freunding von mir ist bubkes, und nicht nur deshalb mag ich ihren blog. dort gibt es immer wieder was neues zu entdecken, oft genug was zu lachen, beschäftigung für freie internet-stunden oder auch ernste themen. vieles ist auch persönlich, das ist schön, denn so weiß ich immer was los ist, wenn wir uns mal länger nicht gesehen haben. mit ihr freue ich mich morgen kaffee trinken zu gehen und zu reden.

* a mirror: mein liebster deutscher fashion blog. spiegeleule, der wir ihn verdanken, studiert in leipzig geographie. außerdem macht sie wunderschöne fotos von ihren eigenen wunderschönen outfits, bespricht interessante kunst-events in leipzig und liest beneidenswerterweise offensichtlich hervorragend französisch. mit ihr hätte ich als kleines mädchen gerne verkleiden gespielt. ich danke do für den hinweis!

* smitten kitchen: der schönste foodblog den es gibt, courtesy of deb. deb lebt in new york und macht wunderbare fotos von dem wunderbaren essen das sie bereitet. ich habe schon einiges versucht und war begeistert von haricot vert with shallots (das ich auch übersetzt veröffentlichen durfte), big crumb coffee cake und blondies. als nächstes auf der liste stehen blueberry crumb bars, caramelized shallots und peanut butter cookies. mit ihr würde ich gerne mal ein 5-gänge-menü kochen. verdammt, jetzt habe ich hunger!

was sind eure lieblingsblogs?